Warum Balayage-Haar besondere Pflege braucht
Balayage ist eine Blondierung, die die Friseurin mit dem Pinsel frei auf einzelne Partien malt. Meist wird es zu den Spitzen hin heller, und der Ansatz bleibt frei. So entstehen weiche Übergänge ohne harte Kante, wenn das Haar nachwächst.
Chemisch ist Balayage dasselbe wie jede andere Blondierung. Ein Blondierpulver wird mit Wasserstoffperoxid angerührt. Die EU erlaubt in Haarmitteln höchstens 12 Prozent davon. Ob die Friseurin mit dem Pinsel, in Folie oder am ganzen Kopf arbeitet, ändert an der Wirkung im Haar nichts.
Eine Studie aus dem Jahr 2018 hat blondiertes Haar unter dem Mikroskop untersucht. Je stärker die Blondierung war, desto mehr Eiweiß verlor das Haar später beim Waschen. Auch die Verbindungen, die dem Haar seine Festigkeit geben, gingen kaputt. Keine Kur baut sie wieder auf.
Der Vorteil der Balayage liegt woanders. Weil der Ansatz frei bleibt, muss beim nächsten Termin nicht die ganze Länge neu blondiert werden. Jede Strähne bekommt die Chemie also seltener ab. Was Sie vor und während des Termins beachten, steht bei Haare blondieren lassen.
Balayage pflegen in sieben einfachen Schritten
Gegen das Ausbleichen hilft vor allem, was nichts kostet. Diese sieben Regeln schonen blondiertes Haar am meisten:
- Waschen Sie seltener. Mit jeder Wäsche verliert blondiertes Haar Eiweiß und Farbe. Zwei Wäschen in der Woche belasten weniger als sieben.
- Waschen Sie lauwarm statt heiß. Wärme öffnet die Schuppenschicht weiter, und Farbe und Eiweiß gehen schneller verloren.
- Schützen Sie das Haar vor praller Sonne. Ein Hut oder ein Tuch hilft zuverlässiger als ein Spray mit UV-Filter.
- Föhnen Sie kühler und seltener. Lassen Sie Glätteisen und Lockenstab an normalen Tagen weg.
- Kämmen Sie nasses Haar mit einem groben Kamm von den Spitzen her. Nass reißt blondiertes Haar am leichtesten.
- Nehmen Sie nach jeder Wäsche eine Spülung. Sie glättet die Oberfläche, und das Haar lässt sich leichter kämmen.
- Lassen Sie den Ansatz herauswachsen, statt ihn früh nachzublondieren. Sonst verschenken Sie den größten Vorteil der Balayage.
Was Farbschutz-Shampoos für Balayage bringen
Die Stiftung Warentest hat 15 Farbschutz-Shampoos geprüft, von 1,35 Euro bis 28 Euro. Fünf bekamen die Note ausreichend, zehn die Note mangelhaft. Keines hielt die Farbe sechs Wochen lang gut. Versprechen wie bis zu 12 Wochen Farbschutz nennen die Tester weit übertrieben.
Getestet wurde mit rot gefärbten Haarsträhnen, weil Rot besonders schnell verblasst. Die Strähnen wurden bis zu zwölfmal gewaschen und mit künstlichem Sonnenlicht bestrahlt. Wasser und Sonne sind genau das, was blondiertes Haar am schlechtesten verträgt.
Für Sie heißt das: Die Zahl der Wäschen und der Schutz vor Sonne zählen mehr als der Preis des Shampoos. Auch die teuersten Shampoos kamen im Test nicht über ausreichend hinaus.
Sulfatfrei und silikonfrei bei Balayage
Beide Aufdrucke sagen nur, was fehlt. Was ein Shampoo für blondiertes Haar leistet, sagen sie nicht. Sulfate sind Waschstoffe, die kräftig reinigen. Silikone legen einen glatten Film um das Haar.
Eine amtliche Bewertung, ob Shampoos ohne diese Stoffe blondiertes Haar besser schützen, gibt es nicht. Was dazu im Umlauf ist, stammt von Herstellern und Händlern.
Zwei Dinge gelten trotzdem. Ein Shampoo ohne Sulfate schäumt weniger und reinigt milder. Das reicht, wenn Sie wenig Stylingprodukte benutzen. Silikon schadet blondiertem Haar nicht, sondern glättet es. Ohne Silikon fühlt sich das Haar oft rauer an und lässt sich schwerer kämmen.
Eiweißkur und Spülung für blondiertes Haar
Eine Spülung oder Kur glättet die Oberfläche und macht das Haar geschmeidiger. Die Schäden im Inneren repariert sie nicht. Das Wichtigste passiert deshalb vor der Blondierung, nicht danach.
Wann Sie die Balayage auffrischen lassen
Wann Sie wiederkommen, entscheidet der Zustand des Haars, nicht der Kalender. Verblasste Längen brauchen meist keine neue Blondierung, sondern eine Tönung oder ein Glossing. Was es dafür im Salon gibt, steht bei Haare färben beim Friseur.
Reißt das Haar beim Kämmen oder fühlt es sich nass wie Gummi an?
Nein. Das Haar hat schon viel Eiweiß verloren. Lassen Sie höchstens den Ansatz bearbeiten oder verschieben Sie den Termin.
Stört Sie vor allem der nachgewachsene Ansatz?
Ja, aber nur am Ansatz und an Partien, die neu gesetzt werden. Die schon blondierten Längen sollen frei bleiben.
Nein. Verblasste Längen frischt eine Tönung oder ein Glossing auf, ohne das Haar neu zu blondieren.
Ist die Balayage misslungen, sprechen Sie es noch im Salon an. Geben Sie dem Salon danach schriftlich eine Frist für einen Korrekturtermin, etwa eine Woche. Brennt die Kopfhaut beim Blondieren, sagen Sie es sofort, damit das Mittel ausgewaschen wird.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Balayage und Strähnen?
Bei der Balayage malt die Friseurin das Blondiermittel frei mit dem Pinsel auf, ohne Folie und meist ohne den Ansatz. Klassische Strähnen kommen in Folie und beginnen am Ansatz. Das Mittel ist in beiden Fällen dasselbe, nur trifft es bei der Balayage weniger Haar.
Wie oft sollte man Balayage-Haar waschen?
Balayage-Haar waschen Sie am besten so selten wie möglich, etwa zweimal in der Woche. Mit jeder Wäsche verliert blondiertes Haar Farbe und Eiweiß. Waschen Sie lauwarm und nehmen Sie danach eine Spülung.
Helfen Farbschutz-Shampoos bei Balayage?
Farbschutz-Shampoos helfen bei Balayage nur wenig. Im Test der Stiftung Warentest war keines von 15 Shampoos nach sechs Wochen gut, zehn waren mangelhaft. Seltener waschen und Schutz vor Sonne wirken mehr als ein teures Shampoo.
Wie oft muss man Balayage auffrischen lassen?
Eine Balayage lassen Sie auffrischen, wenn der Ansatz stört und das Haar es verträgt, nicht nach festem Plan. Dabei bleiben die schon blondierten Längen frei. Verblasste Längen frischt eine Tönung oder ein Glossing auf.
Darf ich Balayage-Haar glätten oder locken?
Ja, aber selten und nicht zu heiß. Blondiertes Haar ist empfindlicher und bricht schneller. Lassen Sie Glätteisen und Lockenstab an normalen Tagen weg und föhnen Sie kühler.
