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Keratinglättung beim Friseur, wie gefährlich ist sie?

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Eine Keratinglättung kann gefährlich sein. Glatt macht nicht das Keratin, sondern meist Formaldehyd oder Glyoxylsäure. Bei Kontrollen 2025 waren 5 von 14 Mitteln gesundheitsschädlich. Nach Glättungen mit Glyoxylsäure wurden über 46 Fälle von akutem Nierenversagen beschrieben. Fragen Sie vorher nach den Inhaltsstoffen. Die Glättung hält 2 bis 4 Monate.

Gesundheitsschädliche Glättungsmittel, Kontrolle 2025
5 von 14
Untersuchungsämter Baden-Württemberg, Beitrag vom 22. Mai 2026, Stand 22. Mai 2026
Beschriebene Fälle von Nierenversagen
über 46
Untersuchungsämter Baden-Württemberg, Beitrag vom 22. Mai 2026, Stand 22. Mai 2026
Haltbarkeit einer Keratinglättung
2 bis 4 Monate
Untersuchungsämter Baden-Württemberg, Beitrag vom 22. Mai 2026, Stand 22. Mai 2026
Eine Friseurin glättet langes, dunkles Haar mit einem Glätteisen, Nahaufnahme.
Bei der Keratinglättung zählt, welcher Stoff im Mittel steckt. Bild: KI generiert.

Was eine Keratinglättung wirklich glatt macht

Der Name führt in die Irre. Das Keratin in der Flasche macht Ihr Haar nicht glatt. Die Wirkung kommt meist von Formaldehyd oder von Glyoxylsäure. Diese Stoffe verbinden die Eiweiße im Haar neu.

Im Salon trägt die Friseurin das Mittel auf und glättet das Haar danach mit einem heißen Glätteisen. Die Hitze macht die neue Form fest. Das Ergebnis hält nach Angaben der Untersuchungsämter Baden-Württemberg etwa 2 bis 4 Monate.

Genau beim Glätten mit Hitze entstehen Dämpfe. Sie treffen Sie und die Friseurin. Deshalb zählt vor allem, welcher Stoff im Mittel steckt.

Formaldehyd in der Keratinglättung

Formaldehyd ist ein stechend riechender Stoff, der in der EU als krebserzeugend eingestuft ist. In Kosmetik ist er deshalb verboten, bis auf wenige Ausnahmen. Trotzdem fand das Untersuchungsamt in Karlsruhe 2025 zwei Mittel mit 3 Prozent und 7 Prozent Formaldehyd.

Die Dämpfe reizen Augen und Atemwege. In schweren Fällen kann Wasser in die Lunge treten. Riecht es beim Glätten stechend oder brennen Ihre Augen, brechen Sie die Behandlung ab.

Glyoxylsäure und Nierenversagen nach der Glättung

Glyoxylsäure ersetzt in vielen Mitteln das Formaldehyd. In den Proben aus Karlsruhe steckten 14 bis 23 Prozent davon. Die EU hat den Stoff in Kosmetik bisher nicht geregelt.

Zwischen 2019 und 2024 beschrieben Fachaufsätze über 46 Fälle von Menschen ohne Vorerkrankung, die nach einer Glättung mit Glyoxylsäure krank wurden. Sie hatten Durchfall, Erbrechen, Fieber, Schmerzen im Bereich der Nieren und ein akutes Nierenversagen. In Israel waren es 26 Fälle zwischen 2019 und 2022. In Frankreich wurden von Anfang 2024 bis Mitte Januar 2025 acht Fälle gemeldet.

Die französische Behörde für Lebensmittel- und Gesundheitssicherheit hält Glyoxylsäure in diesen Fällen für sehr wahrscheinlich verantwortlich. Die Stiftung Warentest rät, Mittel mit Glyoxylic Acid in der Liste der Inhaltsstoffe zu meiden.

Was Kontrollen bei Glättungsmitteln gefunden haben

Das Untersuchungsamt in Karlsruhe hat 2025 insgesamt 14 Glättungsmittel geprüft. Fünf davon waren gesundheitsschädlich. Weitere enthielten verbotene Stoffe. Nur drei waren ohne Beanstandung.

Auf allen Mitteln mit Formaldehyd und auf drei Mitteln mit Glyoxylsäure fehlten Warnhinweise auf Deutsch. Wer die Packung liest, erfährt von der Gefahr also oft nichts.

Besonders vorsichtig sollten Sie bei Mitteln mit Namen wie Brazilian, Keratin oder Smoothing sein, vor allem aus dem Internet. Das gilt für Mittel für zu Hause genauso wie für den Salon.

Fragen vor einer Keratinglättung im Salon

Ein guter Salon beantwortet Ihre Fragen zum Mittel offen. Stellen Sie diese Fragen, bevor die Behandlung beginnt:

  • Welches Mittel verwenden Sie, und darf ich die Packung sehen?
  • Steht Formaldehyd oder Glyoxylic Acid in der Liste der Inhaltsstoffe?
  • Gibt es Warnhinweise auf Deutsch?
  • Wie gut ist der Raum beim Glätten gelüftet?
  • Was tun Sie, wenn meine Augen brennen oder ich schlecht Luft bekomme?

Weicht der Salon aus oder kennt das Mittel nicht genau, lassen Sie die Glättung lieber sein. Welche Rechte Sie nach einer Behandlung mit Folgen haben, steht bei Ihren Rechten beim Friseur.

Sanftere Wege zu glattem Haar

Glattes Haar geht auch ohne diese Stoffe. Föhnen mit Rundbürste und das Glätteisen halten nur bis zur nächsten Wäsche, belasten aber nicht die Gesundheit.

Klassische Mittel zum Entkräuseln, die das Haar dauerhaft glätten, sind in der EU erlaubt und geregelt. Mittel, die nur eine kurze Wirkung versprechen, sind nach den Untersuchungsämtern in der Regel unbedenklich. Welche Behandlungen es sonst im Salon gibt, steht bei Haare färben beim Friseur.

Häufige Fragen

Ist eine Keratinglättung gefährlich?

Ja, eine Keratinglättung kann gefährlich sein. Die Wirkung kommt meist von Formaldehyd, das krebserzeugend ist, oder von Glyoxylsäure, nach der über 46 Fälle von Nierenversagen beschrieben wurden. Bei Kontrollen 2025 waren 5 von 14 Mitteln gesundheitsschädlich.

Wie lange hält eine Keratinglättung?

Eine Keratinglättung hält etwa 2 bis 4 Monate. Danach wächst das Haar in seiner natürlichen Form nach, und die Wirkung lässt nach.

Ist eine formaldehydfreie Keratinglättung sicher?

Nein, formaldehydfrei heißt nicht automatisch sicher. Viele dieser Mittel enthalten Glyoxylsäure, die mit akutem Nierenversagen in Verbindung gebracht wird. Prüfen Sie die Liste der Inhaltsstoffe auf Glyoxylic Acid.

Welche Beschwerden nach einer Keratinglättung sind ein Notfall?

Bauch- oder Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber nach einer Keratinglättung sind ein Grund, sofort zum Arzt zu gehen. Sagen Sie dort, dass Sie eine Haarglättung hatten. Nehmen Sie den Namen des Mittels mit.

Ist Formaldehyd in Haarglättungsmitteln erlaubt?

Nein, Formaldehyd ist in der EU als krebserzeugend eingestuft und in Kosmetik bis auf wenige Ausnahmen verboten. Trotzdem fanden Kontrollen 2025 Mittel mit 3 und 7 Prozent Formaldehyd. Oft fehlte ein Warnhinweis auf Deutsch.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Haarglättungsmittel, häufig eine unsichtbare Gesundheitsgefahr (22. Mai 2026), Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe, Untersuchungsämter Baden-Württemberg,
  2. Glyoxylsäure: Warnung vor Haarglättungsmitteln (28. Februar 2025), Stiftung Warentest,
  3. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, konsolidierte Fassung, Artikel 15 Als CMR-Stoffe eingestufte Stoffe, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-Lex,
  4. Lissages capillaires: attention au risque d'insuffisance rénale aiguë, ANSES, Agence nationale de sécurité sanitaire de l'alimentation, de l'environnement et du travail,

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.