Ein guter Friseur zeigt seine Preise, bevor Sie sitzen
Jeder Friseursalon muss die Preise seiner wichtigsten Leistungen sichtbar aushängen. So steht es im Gesetz, und ein Verstoß kann ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro kosten. Ein guter Salon zeigt Ihnen die Preisliste deshalb von sich aus, oft schon auf seiner Website.
Achten Sie darauf, wie die Liste aufgebaut ist. Eine gute Preisliste trennt nach Haarlänge und Leistung: Schneiden, Waschen, Föhnen, Farbe. Steht dort nur Damen und Herren mit einem Ab-Preis, fragen Sie vor dem Termin, was der Betrag genau enthält. Wie Sie den Preisaushang lesen und welche Rechte Sie bei einem Fehler haben, steht im Ratgeber zu Preisaushang und Ihren Rechten beim Friseur.
Ein guter Friseur berät vor dem ersten Schnitt
Ein gutes Beratungsgespräch dauert ein paar Minuten und findet statt, bevor die Schere angesetzt wird. Die Friseurin fragt, was Sie sich wünschen, und schaut sich Ihr Haar trocken an. Sie prüft Dichte, Wirbel und den Zustand der Spitzen. Bei einer neuen Farbe fragt sie nach früheren Färbungen und nach Allergien.
Achten Sie darauf, ob die Friseurin Ihnen auch etwas abrät. Ein Satz wie "Das hält Ihr Haar nicht aus" oder "Dafür brauchen wir zwei Termine" ist ein gutes Zeichen. Wer alles verspricht, was auf Ihrem Foto zu sehen ist, verspricht oft zu viel.
- Die Friseurin fragt nach Ihrem Alltag: Wie viel Zeit haben Sie morgens für die Haare?
- Sie sagt Ihnen vorher, was die Leistung kostet, auch Zusätze wie Pflege oder Styling.
- Sie erklärt, wie das Ergebnis nach ein paar Wochen aussieht, wenn das Haar nachwächst.
- Sie nimmt sich Zeit für Fragen, auch wenn der nächste Kunde schon wartet.
Meisterbetrieb und Handwerksrolle bei der Kammer prüfen
Ein Friseursalon darf nur öffnen, wenn er in der Handwerksrolle steht. Das ist das Verzeichnis, das jede Handwerkskammer für ihre Region führt. Eingetragen wird ein Salon in der Regel nur, wenn ein Friseurmeister ihn leitet oder eine Ausnahme der Behörde vorliegt. Ende 2023 standen dort 80.476 Friseurbetriebe.
Sind Sie unsicher, fragen Sie im Salon, wer ihn als Meisterin oder Meister fachlich leitet. Ein seriöser Betrieb nennt Ihnen den Namen ohne Zögern. Die Handwerkskammer gibt außerdem jedem Auskunft, der einen guten Grund nennen kann. Name des Inhabers, das Handwerk und die Anschrift des Salons darf sie mitteilen.
Die Innung ist dagegen freiwillig. Ein Innungsbetrieb ist Mitglied im örtlichen Zusammenschluss der Friseure. Das sagt etwas über das Engagement des Salons, aber nichts über die Qualität eines einzelnen Schnitts.
Sauberkeit und Handschuhe sehen Sie auf den ersten Blick
Hygiene beim Friseur sehen Sie schon beim Hereinkommen. Kämme und Bürsten liegen sauber bereit, für jede Kundin gibt es einen frischen Umhang oder einen frischen Nackenstreifen. Haare vom letzten Kunden liegen nicht mehr auf dem Stuhl.
Beim Färben und Blondieren trägt die Friseurin Einmalhandschuhe. Das verlangt die Regel für den Arbeitsschutz im Friseurhandwerk, und es schützt ihre Haut. Wie ein Salon Werkzeug reinigt und desinfiziert, steht im Ratgeber zu Hygiene im Friseursalon.
Bewertungen im Netz richtig lesen
Sterne im Netz geben einen ersten Eindruck, aber sie sagen wenig über Ihr Haar. Lesen Sie lieber die Texte. Wichtig sind Bewertungen, die Ihre Leistung beschreiben, also etwa Locken, graues Haar oder Blondierung. Ein Salon, der kurze Herrenschnitte gut kann, kann nicht automatisch Balayage.
Achten Sie auch darauf, wie der Salon auf Kritik antwortet. Eine sachliche Antwort mit einem Angebot zur Korrektur spricht für ihn. Fehlen Bewertungen ganz, ist das kein schlechtes Zeichen: Viele kleine Salons leben von Stammkunden und nicht vom Netz.
6 Zeichen eines guten Friseursalons auf einen Blick
| Zeichen | Woran Sie es erkennen | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Preise sichtbar | Preisliste hängt aus oder steht online | Sie wissen vorher, was Sie zahlen |
| Beratung zuerst | Gespräch vor dem ersten Schnitt | Wunsch und Haar passen zusammen |
| Meister im Betrieb | Name der fachlichen Leitung auf Nachfrage | Der Salon darf überhaupt öffnen |
| Sauberes Werkzeug | Frische Umhänge, saubere Kämme | Schutz vor Hautinfektionen |
| Handschuhe beim Färben | Einmalhandschuhe beim Anmischen und Auftragen | Schutz vor Allergien |
| Ehrliche Grenzen | Abraten, wenn das Haar etwas nicht verträgt | Weniger Haarschaden und Ärger |
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen guten Friseur vor dem ersten Termin?
Einen guten Friseur erkennen Sie vor dem Termin an einer sichtbaren Preisliste, an einem Beratungsgespräch vor dem Schnitt und an sauberem Werkzeug. Fragen Sie außerdem, wer den Salon als Meisterin oder Meister leitet. Ein seriöser Betrieb beantwortet das sofort.
Muss ein Friseursalon einen Meister haben?
Ja, ein Friseursalon braucht in der Regel einen Meister, der ihn fachlich leitet. Ohne Eintragung in die Handwerksrolle darf der Salon nicht öffnen. Ausnahmen genehmigt nur die zuständige Behörde nach Anhörung der Handwerkskammer.
Muss ein Friseur seine Preise aushängen?
Ja, jeder Friseur muss die Preise seiner wichtigsten Leistungen sichtbar aushängen oder zur Einsicht bereithalten. Ein Verstoß kann ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro kosten. Fragen Sie nach der Liste, wenn Sie keine sehen.
Ist ein Innungsbetrieb ein besserer Friseur?
Nein, ein Innungsbetrieb ist nicht automatisch ein besserer Friseur. Die Mitgliedschaft in der Innung ist freiwillig und zeigt das Engagement des Salons im Handwerk. Über die Qualität eines einzelnen Schnitts sagt sie nichts.
Wie viel sagen Online-Bewertungen über einen Friseursalon?
Online-Bewertungen geben bei einem Friseursalon nur einen ersten Eindruck. Lesen Sie vor allem Texte zu der Leistung, die Sie buchen wollen. Ein Salon mit wenigen Bewertungen kann trotzdem sehr gut sein, weil viele kleine Betriebe von Stammkunden leben.
