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Hygienevorschriften für Friseure, was gilt?

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Friseursalons müssen Werkzeug, das die Haut verletzen kann, nach jedem Gebrauch reinigen und desinfizieren. Rasiermesser kommen nach jedem Kunden dran, Umhänge werden nach jeder Kundin gewechselt. Das Gesundheitsamt darf Salons kontrollieren, auch unangekündigt. In Nordrhein-Westfalen müssen Salons sich seit 2024 beim Gesundheitsamt anmelden und einen Hygieneplan führen.

Rasiermesser reinigen und desinfizieren
nach jedem Kunden
BGW, Reinigungs- und Desinfektionsplan, Stand 27. Januar 2025, Stand 27. Januar 2025
Kundenumhang wechseln
nach jeder Kundin
BGW, Reinigungs- und Desinfektionsplan, Stand 27. Januar 2025, Stand 27. Januar 2025
Anmeldung beim Gesundheitsamt in NRW
Pflicht seit Mai 2024
Verordnung zur Änderung der Hygiene-Verordnung vom 30. April 2024, Stand 30. April 2024
Kämme und eine Schere stehen in einem Glas mit blauer Desinfektionslösung neben gefalteten weißen Handtüchern.
Werkzeug, das Blut berührt hat, wird vor der nächsten Kundin desinfiziert. Bild: KI generiert.

Wer die Hygiene im Friseursalon kontrolliert

Beim Friseur kann Blut fließen, etwa bei einer Rasur oder einem kleinen Schnitt in die Haut. Über Blut können Krankheiten übertragen werden. Deshalb darf das Gesundheitsamt Betriebe überwachen, in denen das passieren kann, und dazu gehören Friseursalons und Barbershops.

Das Gesundheitsamt kommt auf zwei Wegen. Es gibt geplante Besuche, die vorher abgesprochen werden. Und es gibt Besuche ohne Ankündigung, etwa nach einer Beschwerde oder wenn bei früheren Kontrollen Mängel auffielen. So beschreibt es das Gesundheitsamt im Kreis Lippe.

Die genauen Regeln stehen in den Hygieneverordnungen der Bundesländer. Fragen Sie Ihr Gesundheitsamt, welche Fassung für Ihren Salon gilt.

Neue Hygieneregeln für Friseure in NRW

Nordrhein-Westfalen hat seine Hygieneverordnung am 30. April 2024 geändert. Sie gilt für alle, die bei ihrer Arbeit Haut oder Schleimhaut verletzen können, also auch für Friseure, Kosmetik, Nagelstudios und Tätowierer. Seitdem gelten diese Pflichten:

  • Sie melden den Beginn und das Ende Ihres Salons beim Gesundheitsamt an. Die Anmeldung beim Gewerbeamt reicht nicht mehr.
  • Sie legen einen Hygieneplan und einen Hautschutzplan an.
  • Sie weisen Ihre Mitarbeiterinnen regelmäßig in diese Pläne ein.
  • Werkzeug, das die Haut verletzen kann, auch wenn es dafür nicht gedacht ist, reinigen und desinfizieren Sie nach jedem Gebrauch.

Warum Blut beim Friseur ein Risiko ist

Über Blut können Hepatitis B, Hepatitis C und HIV übertragen werden. Schon eine winzige Menge an einer Klinge kann reichen. Das Gesundheitsamt Lippe nennt das Rasiermesser ausdrücklich als Beispiel.

Am größten ist das Risiko bei der Nassrasur, beim Ausrasieren des Nackens und bei der Konturrasur am Bart. Aber auch eine Schere oder ein Kamm kann mit Blut in Berührung kommen, wenn die Kopfhaut einen kleinen Kratzer hat.

Deshalb gilt eine einfache Regel: Was Blut berührt hat oder berührt haben könnte, wird vor der nächsten Kundin gereinigt und desinfiziert. Worauf Kunden bei der Rasur selbst achten, steht bei Rasur beim Barbier.

Was der Hygieneplan der BGW für Friseure vorgibt

Die Berufsgenossenschaft für Friseurbetriebe, kurz BGW, hat einen Reinigungs- und Desinfektionsplan zum Aufhängen herausgegeben. Er gilt für Friseursalons und Barbershops und ist kostenlos. Drei Regeln daraus betreffen jede Kundin direkt:

Drei Regeln aus dem Reinigungs- und Desinfektionsplan der BGW für Friseursalons und Barbershops, Stand 27. Januar 2025.
WasWas passiertWann
KundenumhangWird gewechseltNach jeder Kundin und jedem Kunden
Rasiermesser und ScherköpfeWerden gereinigt und desinfiziertNach jedem Kunden und jeder Kundin
Kämme, Bürsten, Scheren und andere GeräteWerden desinfiziertSofort, wenn Blut daran ist oder sie eine unklare Hautstelle berührt haben

Hängen Sie den Plan dort auf, wo Ihr Team arbeitet. Er ersetzt aber nicht den eigenen Hygieneplan, den Sie für Ihren Salon schreiben.

Woran Sie einen sauberen Friseursalon erkennen

Als Kundin oder Kunde sehen Sie vieles selbst. Achten Sie bei Ihrem nächsten Termin auf diese Punkte:

  • Sie bekommen einen frischen Umhang, keinen, den gerade jemand anderes trug.
  • Kämme und Bürsten sehen sauber aus und liegen nicht voller Haare herum.
  • Vor der Rasur reinigt der Barbier das Messer oder setzt eine frische Klinge ein, wenn Sie zusehen.
  • Beim Färben trägt die Friseurin Handschuhe.
  • Hat Ihre Haut geblutet, wird das Werkzeug danach gereinigt und desinfiziert.

Stimmt etwas nicht, sprechen Sie es freundlich an. Ein guter Salon nimmt das ernst. Bei groben Mängeln können Sie sich an das Gesundheitsamt wenden.

Hygieneplan für den eigenen Friseursalon

Wer einen Salon führt, schreibt einen eigenen Hygieneplan. Er legt fest, wer was wann womit reinigt und desinfiziert. So gehen Sie vor:

  1. Gehen Sie alle Arbeiten im Salon durch und notieren Sie, bei welchen Haut verletzt werden kann.
  2. Legen Sie für jedes Werkzeug fest, wie und wann es gereinigt und desinfiziert wird.
  3. Nehmen Sie den Plan der BGW als Vorlage und ergänzen Sie, was in Ihrem Salon anders ist.
  4. Ergänzen Sie den Hautschutzplan für Ihr Team.
  5. Weisen Sie alle Mitarbeiterinnen ein, auch Auszubildende, und wiederholen Sie das regelmäßig.
  6. Melden Sie den Salon beim Gesundheitsamt an, wenn Ihr Bundesland das verlangt.

Was Sie sonst für einen eigenen Salon brauchen, steht bei Friseursalon eröffnen.

Häufige Fragen

Wer kontrolliert die Hygiene im Friseursalon?

Die Hygiene im Friseursalon kontrolliert das Gesundheitsamt. Es kommt zu geplanten Besuchen und auch ohne Ankündigung, etwa nach einer Beschwerde. Grundlage ist das Infektionsschutzgesetz.

Müssen Friseure sich beim Gesundheitsamt anmelden?

In Nordrhein-Westfalen ja, seit Mai 2024 müssen Friseursalons Beginn und Ende ihrer Tätigkeit beim Gesundheitsamt melden. In anderen Bundesländern gelten eigene Regeln. Fragen Sie Ihr Gesundheitsamt.

Wie oft muss ein Friseur das Rasiermesser desinfizieren?

Ein Friseur muss das Rasiermesser nach jedem Kunden reinigen und desinfizieren. So steht es im Hygieneplan der BGW für Friseursalons und Barbershops. Dasselbe gilt für Scherköpfe.

Muss der Friseur für jeden Kunden einen frischen Umhang nehmen?

Ja, der Kundenumhang wird nach jeder Kundin und jedem Kunden gewechselt. Das sieht der Reinigungs- und Desinfektionsplan der BGW vor.

Welche Krankheiten können beim Friseur übertragen werden?

Beim Friseur können über Blut Hepatitis B, Hepatitis C und HIV übertragen werden, etwa über ein nicht desinfiziertes Rasiermesser. Deshalb wird Werkzeug, das Blut berührt hat, vor der nächsten Kundin gereinigt und desinfiziert.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 36 Infektionsschutzgesetz, Infektionshygienische Überwachung, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. Verordnung zur Änderung der Hygiene-Verordnung vom 30. April 2024, GV. NRW. 2024 S. 252, Land Nordrhein-Westfalen, recht.nrw.de,
  3. Meldepflicht für Friseure, Tätowierer und Co., Änderungen in der Hygieneverordnung (7. Mai 2025), Kreis Lippe, Gesundheitsamt,
  4. Hygiene in Betrieben zur Körperkunst, -pflege und Kosmetik, Kreis Lippe, Gesundheitsamt,
  5. Reinigungs- und Desinfektionsplan für Friseursalons und Barbershops, Stand 27. Januar 2025, BGW 06-12-090, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege,

Wie die Texte entstehen

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Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.